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.Kapitel 29 | Das Strafrecht |
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  972 `A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, pflegte die Hand des Diebs abschlagen zu lassen, wenn er etwas gestohlen hat, das einen Viertel Dinar oder mehr wert ist.  
  973 `A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete Zur Lebenszeit des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, wurde keinem Dieb die Hand abgetrennt wegen des Diebstahls dessen, was weniger als den Preis eines Harnischs oder eines Schildes kostete. Und beide waren viel wert.  
  974 Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, ließ einem Dieb die Hand abschlagen, der ein Schild im Wert von drei Dirham gestohlen hatte.  
  975 Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Allah verfluche den Dieb: er stiehlt das Ei, worauf seine Hand abgeschnitten wird; dann stiehlt er das Seil, worauf seine (andere) Hand abgeschnitten wird!  
  976 `A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete Die Leute des Stammes Quraisch waren besorgt wegen einer Frau aus dem Stamm Makhzum, die einen Diebstahl begangen hatte. Sie fragten: Wer kann mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, für sie sprechen? Sie sagten: Und wer sonst kann es wagen, an in heranzutreten außer Usama, dem Liebling des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm? Da sprach Usama mit ihm. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Legst du Fürsprache im Hinblick auf ein Recht ein, das nur Allah zusteht? Der Prophet erhob sich dann und hielt eine Predigt, in der er folgendes sagte: O ihr Menschen, wahrlich, diejenigen vor euch gingen deshalb zugrunde, weil sie, wenn einer der Vornehmen unter ihnen einen Diebstahl beging, ihn davon unbestraft laufen ließen, und wenn einer der Schwachen unter ihnen einen Diebstahl beging, gegen ihn die Strafe vollzogen. Ich schwöre bei Allah, Wenn Fatima Bint Muhammad gestohlen hätte, so würde ich ihre Hand abschneiden.  
  977 `Umar Ibnal Khattab, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Allah hat Muhammad mit Wahrheit gesandt. Er hat ihm das Buch (den Koran) offenbart, darunter den Vers der Steinigung. Wir haben diesen Vers rezitiert, verstanden und im Kopf behalten. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, steinigte diejenigen, die Unzucht trieben. Nach ihm steinigten wir auch weiter. Ich fürchte aber, wenn es lange Zeit (nach dem Propheten) vergangen ist, vergessen es die Leute, so dass der eine sagt: Wir finden die Steinigungsstrafe nicht im Allahs Buch (im Koran). Da irren sie vom rechten Weg, weil sie eine von Allah vorgeschriebene Pflicht ignorieren. Im Buch Allahs steht es: Wenn die verheirateten Männer oder Frauen Unzucht treiben, sollen sie gesteinigt werden, wenn das zu beweisen ist, oder wenn es Schwangerschaft oder Eingeständnis gibt.  
  978 Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Ein muslimischer Mann kam zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, während er sich in der Moschee aufhielt, und rief ihm zu: O Gesandter Allahs, ich beging Unzucht! Da wandte sich der Prophet von ihm ab. Der Mann wiederholte seinen Ausspruch, und der Prophet wandte sich von ihm ab. Er wiederholte aber seinen Ausspruch viermal. Als er aber die Zeugenaußage viermal gegen sich selbst leistete, ließ ihn der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, zu sich näher kommen und fragte ihn: Bist du geisteskrank? Der Mann sagte: Nein! Der Prophet fragte ihn weiter: Bist du verheiratet? Der Mann erwiderte: Ja! Darauf sagte der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm: Nehmt ihn dann und steinigt ihn!  
  979 Ibn `Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte Ma`iz Ibn Malik: Ist es richtig, was ich über dich gehört habe? Er erwiderte: Was hast du über mich gehört? Der Prophet sagte: Ich hörte, dass du Unzucht mit der Sklavin von Soundso getrieben hast. Der Mann sagte: Ja. Er legte Zeugnis aber viermal ab, erst dann befahl der Prophet den Mann zu steinigen.  
  980 Abu Huraira und Zaid Ibn Khalid Al-Guhaniy, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichteten: Ein Beduine kam zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, und sagte: O Gesandter Allahs, ich beschwöre dich bei Allah, entscheide zwischen uns nach dem Buch Allahs! Sein Widersacher, der mehr Wissen als seines hatte, trat heran und sagte: Ja, so soll es sein! Aber ich möchte etwas sagen. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Bitte! Da sagte der Mann: Mein Sohn arbeitete für diesen Mann und beging Unzucht mit seiner Frau. Die Leute sagten, mein Sohn müsse gesteinigt werden. Daher bezahlte ich die Auslösung für ihn einhundert Schafe und eine Sklavin. Später befragte ich einige Gelehrte zu dieser Sache, und sie sagten: Dein Sohn muss mit hundert Peitschenhieben bestraft und ein Jahr des Landes verwiesen werden. Die Frau dieses Mannes muss auch gesteinigt werden. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, ich werde zwischen euch nach dem Buch Allahs richten! Die Sklavin und die Schafe müssen zurückgegeben werden! Dein Sohn erhält hundert Peitschenhiebe und wird für ein Jahr des Landes verwiesen! Und du, Unais, gehst morgen früh zu dieser Frau. Wenn sie es gesteht, da steinige sie! Unais ging zu ihr am nächsten Morgen. Als sie es gestand, ließ sie der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, gesteinigt werden.  
  981 Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete Ein Jude und eine Jüdin wurden zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, gebracht, die miteinander Unzucht begangen haben. Der Prophet kam zu Juden und sagte: Was findet ihr in der Thora über diejenigen, die Unzucht begingen? Die Juden sagten: Wir schwärzen ihr Gesicht und lassen ihr auf einem Esel mit entgegengesetzten Gesichtern sitzen und herumgehen. Darauf sagte er: Wenn ihr die Wahrheit sagt, dann bringt die Thora! Sie brachten dann die Thora und lasen sie. Einer von ihnen legte seine Hand auf den Vers über die Steinigung. Er fing an zu lesen und las nur, was davor und was danach stand. Da sagte `Abdullah Ibn Salaam, der mit dem Gesandten Allahs war: Befiehl ihm, seine Hand abzuheben! Als er sie wegnahm, wurde es deutlich, dass der Vers über die Steinigung unter seiner Hand war. Darauf veranlasste der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, ihre Abführung und die beiden wurden gesteinigt. Ich (`Abdullah Ibn `Umar) war einer von denen, die sie gesteinigt haben. Ich sah dann, wie sich der Jude auf sie bückte, um sie vor den Steinen zu schützen!  
  982 Der Hadith von `Abdullah Ibn Abi Aufa, Allahs Wohlgefallen auf ihm Asch-Schaibaniy berichtete: Ich stellte `Abdullah Ibn Abi Aufa folgende Frage: Hat der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, die Steinigungsstrafe angewendet? Er entgegnete: Ja! Ich fragte ihn weiter: War das vor oder nach der Offenbarung der Sure An-Nur (Nr.24)? Er sagte: Ich kann mich nicht erinnern!  
  983 Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagen: Wenn eine Sklavin eines unter euch die Unzucht begeht, und dies wurde klar, dann soll er ihr die Schranke verabreichen (einhundert Peitschenhiebe) und ihr kein Tadel treffen lassen. Wenn sie wieder die Unzucht begeht, soll er ihr noch einmal die Schranke verabreichen und ihr kein Tadel treffen lassen. Wenn sie wieder die Unzucht zum drittenmal begeht, und dies wurde klar, soll er sie verkaufen, mag es gegen einem Strick aus Haar sein.  
  984 Der Hadith von Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm Ein Mann, der Wein getrunken hatte, wurde dem Propheten, Allahs Segen und Heil auf ihm, vorgeführt. Der Prophet verabreichte ihm etwa vierzig Peitschenhiebe mit zwei Palmzweigen (deren Blätter entrissen wurden).  
  985 Abu Burda Al-Ansariy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, folgendes sagen: Keinem wird eine Strafe von mehr als zehn Peitschenhieben verhängt, es sei denn, dass es sich um ein Strafrecht handelt, das von Allah festgesetzt wurde.  
  986 `Ubada Ibn-as-Samit, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte zu uns in einer Versammlung: Leistet mir den Treueschwur, dass ihr Allah weder etwas zur Seite stellt, noch Unzucht begeht, noch stehlt, und dass ihr niemanden tötet, dessen Leben Allah unverletzt gemacht hat, außer wenn dies gemäß dem Recht geschieht. Wer von euch dies erfüllt, der hat seinen Lohn von Allah zu erwarten; und wer immer etwas davon begeht und dafür eine Strafe erleidet, so gilt diese als eine Sühne dafür. Begeht einer aber eine Tat davon und wird von Allah vor der Öffentlichkeit geschützt, so ist das Urteil bei Allah: Wenn Er will, vergibt Er ihm, und wenn Er will, bestraft Er ihn.  
  987 Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Wenn ein Tier einen Mann verwundet, steht ihm nicht ein Blutgeld zuteil. Das Gleiche gilt für denjenigen, der in einen Brunnen oder in ein Bergwerk fällt. Das Fünftel soll in den Erdschätzen entrichtet werden.