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Riyad us-Salihin 7
Die Untersagung des Lügens
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  1542 Allah - erhaben ist Er - spricht:
»Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast, denn wahrlich der Gehörsinn, der Gesichtssinn und das Gemüt, sie werden alle zur Rechenschaft gezogen.« (17:36)

»Kein Wort bringt er (der Mensch) hervor, ohne dass neben ihm ein wachsamer Wächter ist.« (50:18)

Ibn Mastd(r) berichtete: Der Gesandte Allahs(s) hat gesagt: „Wahrlich, die Wahrhaftigkeit führt zur Rechtschaffenheit, und die Rechtschaffenheit führt zum Paradies. Und wahrlich, der (aufrichtige) Mensch spricht nichts außer der Wahrheit, bis er (bei Allah) als Siddiq ( glaubhafter Nahestehender) vemerkt wird. Gewiss ebenso führt das Lügen zur Lasterhaftigkeit und die Lasterhaftigkeit zum Höllenfeuer, und der Mensch lügt und lügt, bis er bei Allah als Lügner vermerkt wird." (Al-Bukhari und Muslim)
 
  1543 'Abdullah Ibn 'Amt Ibn-ul-'As(r) berichtete: Der Prophet (s) hat gesagt: „Viererlei (Eigenschaften), wer sie alle besitzt, der ist gewiss ein absoluter Heuchler. Ist eine dieser Eigenschaften in einem (Menschen), dann besitzt der eine Eigenschaft der Heuchelei bis er diese abgelegt hat: Wenn ihm etwas anvertraut wird, handelt er treulos. Wenn er etwas erzählt, lügt er. Wenn er etwas verspricht, dann bricht er es (unbekümmert), und wenn er streitet, überschreitet er maßlos die Moral." (Al-Bukhari und Muslim)

Der Verfasser vermerkt:

Dieser Hadith wurde zusammen mit dem Hadith von Abri Huraira (Nr 689 in meiner Übersetzung des Teils 1) im Kapitel "Halten von Versprechen" schon behandelt.
 
  1544 Ibn 'Abbas(r) berichtete: Der Gesandte Allahs(s) hat gesagt: „Wer von einem (angeblichen) Traum erzählt, den er aber nicht gesehen hat, der wird (am Jüngsten Tag) aufgefordert, zwischen zwei Gerstenkörnern einen Knoten zu knüpfen162, was er nie wird durchführen können, und wer ein Gespräch der anderen belauscht, dem wird in beiden Ohren am Tage der Auferstehung schmelzendes Blei gegossen werden, und wer ein Götzenbild herstellt, wird dafür (am Jüngsten Tag) bestraft und aufgefordert, ihm den Lebensgeist einzuhauchen, was ihm aber nicht gelingen wird!" (Al-Bukhari)  
  1545 Ibn 'Umar(r) berichtete: Der Prophet(s) hat gesagt: „Die unerhörteste Lüge ist (die Selbstverleumdung), in dem man den eigenen Augen zeigen will163, was sie nicht sahen!" ( Al-Bukhari)  
  1546 Samura Ibn Dschundub(r) berichtete: Es kam oft vor, dass der Gesandte Allahs(s) seine Gefährten fragte: „Hat jemand unter euch etwas geträumt?", danach erzählte ihm (davon) derjenige, den Allah vorbestimmt hatte. Eines Tages erzählte Er(s) uns: „Vergangene Nacht erschienen mir (im Traum) zwei Besucher und sagten zu mir: „Los !", und so ging ich los mit ihnen, bis wir zu einem hingestreckten Mann kamen, an dessen Kopf ein Mann, der einen Felsbrocken trug, stand. Plötzlich stürzte er sich mit dem Felsbrocken auf dessen Kopf, bis dieser zerbrach und der Stein wegrollte. Er folgte dem Stein, holte ihn und kam zu dem hingestreckten Menschen, dessen Kopf inzwischen wieder ganz geworden war, dann wiederholte er erneut, was er zuvor tat!" Der Prophet(s) sprach: „Ich sagte zu den beiden (Begleitpersonen): „Gepriesen sei Allah! Was ist mit diesen beiden da?" Sie sprachen zu mir: „Los! Los!" So gingen wir los, bis wir zu einem sich auf dem Rücken hingestreckten Mann kamen, wobei an dessen Kopf ein anderer Mann, der eine eiserne Krampe (Spitzhacke) trug, stand. Plötzlich schnitt er zackenartig die eine Seite seines Gesichts auf, nämlich von einem Mundwinkel bis zum Nacken, dann von seiner Nase bis zum Nacken und vom Auge bis zum Nacken. Danach wiederholte er das gleiche Aufschneiden auf der anderen Seite des Gesichts. Kaum war er mit dem Aufschneiden der zweiten Seite fertig, da wurde die erste wieder ganz, und so mußte er das Ganze immer wiederholen!" Er(s) sprach: „Ich sagte: „Gepriesen sei Allah! Was treiben diese beiden da?!" Sie sprachen (erneut): „Los! Los!" So gingen wir los, bis wir zu etwas wie eine Ofenanlage in einer Grube kamen. - Der Überlieferer sagte: „Ich denke, der Prophet(s) hat gesagt: „aus welchem lautes Geschrei emporstieg" -. Wir schauten hinein, und sahen nackte Männer und Frauen, die immer schrien, sobald die von unter ihnen aufsteigenden Flammen sie erreichen. Ich fragte: „Was ist mit diesen los?!" Sie erwiderten: „Los! Los!" So gingen wir los, bis wir zu einem Fluss kamen. - Der Überlieferer sagte: „Ich denke, Er(s) sagte: „dessen Farbe rot wie Blut war!" - Im Fluss war ein Schwimmer, der zum Ufer schwamm. Dort erwartete ihn ein Mann, der viele Steine vor sich hatte. Der Schwimmer ging zu ihm mit weit geöffnetem Mund, da steckte dieser einen Stein in dessen Mund, dann schwamm er weiter, um von neuem an zu ihm mit weitgeöffneten Mund zurückzuschwimmen und erneut einen Stein zu schlucken! Ich fragte: „Was ist mit den beiden da los?!" Sie erwiderten: „Los! Los!" So gingen wir los, bis wir zu einem sehr schrecklich hässlich aussehenden Mann kamen während bei ihm Feuer, welches er emsig entfachte und umkreiste, brannte. Ich fragte sie: „Was ist das?!" Sie erwiderten: „Los! Los!" Wir gingen los, bis wir zu einem mit üppigen dunkelgrünen Pflanzen dicht bewachsenen Garten kamen, und in welchem es von allen möglichen Frühlingsblüten jede Menge gab. In der Mitte stand ein von vielen vielen Kindern umkreister Riese, der so groß war, dass ich seinen bis zum Himmel hochragenden Kopf kaum sehen konnte. Ich fragte: „Was ist das und was sind diese?!" Doch sie erwiderten: „Los! Los!" Wir gingen los, bis wir zu einem gewaltigen Baum kamen, von einer Größe und einer Schönheit, wie ich sie zuvor nie gesehen hatte. Sie sagten zu mir: „Erklettere den Baum!" Wir erkletterten ihn und erreichten eine Stadt, deren Ziegel je wechselweise aus Gold und Silber waren. Als wir zum Stadttor kamen, baten wir, dass uns göffnet würde. Man öffnete (das Tor) und wir traten ein. Es empfingen uns Männer: Einige von größter Schönheit, die du dir vorstellen kannst, und einige von größter Hässlichkeit, die du dir vorstellen kannst, da sagten die beiden zu ihnen: „Los, werft euch in jenen Fluss!" - und es war ein Fluss, dessen Wasser rein und weiß wie Milch war! - Die (hässlichen Männer) warfen sich in ihn hinein, dann kehrten sie zu uns ohne irgendeinen Makel, geheilt und bildschön, zurück." Der Überlieferer sagte: „Er(s) sprach (zu uns): „Die beiden sagten zu mir „Dies ist das Eden-Paradies und dies dort ist dein Haus!" Ich wandte meinen Blick aufwärts, da sah ich einen Palast weiß wie eine Wollke! Sie sprachen zu mir „Das ist deine Wohnstätte!" Ich sagte zu ihnen: „Allah segne euch! So lasst mich sie betreten!" Sie erwiderten: „Nicht jetzt, aber du wirst sie sicherlich betreten!" Ich sagte: „In dieser Nacht sehe ich . .. .. — .erwiderten: „Nun werden wir dich unterrichten: Was den ersten Mann anbelangt, an dem du vorbeikamst, wobei dessen Kopf immerwieder mit dem Stein zerbrochen wurde, so ist dies164 der Mensch, der den Quran nimmt, ihn dann ablehntl65, und die Augen vor dem Pflichtgebet verschließtl66. Der Mann, an dem du vorbeikamst, während dessen Mundwinkel, Nase und Augen rechts und links bis zum Nacken aufgeschlitzt wurden, ist der Mensch, der sein Haus verlässt, und dann erzählt er die Lüge, die in alle Welt drängt und verbreitet wird. Was die nackten Männer und Frauen in jener Grube mit der Ofenanlage anbelangt, so sind sie die Ehebrecher und die Ehebrecherinnen. Was den Mann anbelangt, an dem du vorbeikamst, der im Fluss schwimmen und Steine schlucken musste, so ist es der Mann, der Zins verschlingt. Was den schrecklich hässlichen Mann anbelangt, der beim Feuer ist und es entfacht und umkreist, so ist dieser Malik, Dschahannams Wächter. Was den Riesen im Garten anbelangt, so ist er Ibrähiem Abraham(s) 1, und was die Kinder um ihn anbelangt, so sind dies die Neugeborenen, welche in der Fitra-Ergebenheit sterben167 - Al- Barqani sagt in seiner Überlieferung: Jedes Neugeborene, welches mit der Fitra geboren wird - Daraufhin fragten einige Gefährten ihn: „0 Gesandter Allahs, und was ist mit den Kindern der Ungläubigen?!" Er(s) antwortete: "Auch die Kinder der Ungläubigen." Was die Leute anbelangt, von denen ein Teil schön und ein Teil hässlich waren, so sind dies die Menschen, die eine gute Tat mit üblen vermischen, und (deren Übel) Allah übersehen hat.»(Al-Bukhari)

In einer anderen Version von Al-Bukharigibt es folgende Abweichungen:„Vergangene Nacht (im Traum) kamen zwei Männer zu mir und nahmen mich mit zu einem heiligen Ort." „So gingen wir zu einer tiefen Grube, wo ein unterirdischer Ofen stand, der oben eng und dessen Grund breit war, und darunter brannte Feuer. Als die Flammen nach oben kamen, kamen Leute mit nach oben, so dass sie beinah herauskriechen konnten, und als sie erloschen, kehrten sie zum Grund zurück; es waren nackte Männer und Frauen."„Bis wir zu einem Fluss aus Blut kamen - der Überlieferer war sicher, dasder Prophet(s) dies wörtlich sagte -, in dessen Mitte ein Mann stand, während am Ufer ein Mann, mit einem Haufen Steinen vor sich, stand. Immer wenn der Mann den Fluss verlassen wollte, warf der Mann am Ufer einen Stein in seinen Mund und schickte ihn zurück. So ging dies immer weiter, der Mann im Fluß wollte ans Ufer klettern, und der Mann am Ufer warf einen Stein in seinen Mund und schickte ihn zurück in den Fluß."„Sie bestiegen den Baum mit mir zusammen und brachten mich zu einem Haus. Niemals habe ich ein schöneres gesehen, und in ihm waren alte und junge Männer "„Derjenige, den du sahst und dessen Mundwinkel aufgeschlitzt wurden, ist der Lügner, der die Lüge erzählt, dann wird sie von ihm überliefert und in alle Welt verbreitet. So wird er bestraft bis zum Tage der Auferstehung."«Der Mann, den du sahst, dessen Kopf zerbrochen wurde, ist der Mensch, den Allah den QUI' än lehrte und der ihn nachts vernachlässigte und tagsüber sich nicht mit ihm beschäftigte, so wird er auch bestraft, bis zum Tag der Auferstehung.»«Und das Haus, welches du zuerst betratest, so ist es das Haus der Allgemeinheit der Gläubigen. Was dieses Haus anbelangt, so ist es das Haus der Märtyrer, und ich bin Gabriel und dieser ist Mikaiel, und nun wende deinen Kopf nach oben! Ich hob meinen Kopf, da sah ich über mir etwas wie eine Wolke. Daraufhin sagten die beiden zu mir: „Dies ist dein Haus!" Ich sagte: „Lasst mich mein Haus betreten!" Sie erwiderten: „Deine Stunde ist noch nicht gekommen! Wäre sie gekommen, hättest du dein Haus betreten können!" (Al-Bukhari)